Im Rahmen des dreijährigen Verbundprojekts entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Campus Straubing der Technischen Universität München (TUM) und der Universität Münster gemeinsam mit dem Industriepartner BASF eine nachhaltige Alternative zu fossilen Verdickern. Gefördert wird das Vorhaben mit rund 1,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Vor Kurzem fand am TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit (TUMCS) das Projektauftakttreffen mit den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern statt.
Ziel von SuReMo ist es, erdölbasierte Polyacrylate durch biobasierte, biologisch abbaubare Polymere zu ersetzen – ohne Kompromisse bei der Leistungsfähigkeit, der Stabilität oder dem Hautgefühl. Diese neuartigen Verdicker basieren auf natürlichen Zuckerverbindungen, sogenannten Exopolysacchariden, die mithilfe von Mikroorganismen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zucker, Glycerin oder pflanzlichen Reststoffen hergestellt werden.
Herzstück des Projekts ist eine innovative „Mix-’n’-Match“-Plattform: Verschiedene Varianten der Biopolymere lassen sich gezielt kombinieren, sodass ihre Eigenschaften exakt an unterschiedliche Anwendungen angepasst werden können.
Technische Machbarkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit
„Unser Ansatz verbindet modernste Biotechnologie mit den konkreten Anforderungen der Industrie“, erklärt Prof. Dr. Volker Sieber, Projektkoordinator vom TUMCS und Leiter des dort angesiedelten Lehrstuhls für Chemie Biogener Rohstoffe. „Wir wollen zeigen, dass nachhaltige Alternativen fossile Produkte nicht nur ersetzen, sondern in vielen Fällen sogar verbessern können.“
Neben der Nachhaltigkeit stehen auch die industrielle Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit im Fokus. Die Polymere sollen effizient fermentativ hergestellt, lösungsmittelfrei aufgereinigt und perspektivisch in bestehenden Industrieanlagen produziert werden. Erste Anwendungen in der Körperpflege sowie in Wandfarben zeigen bereits vielversprechende Ergebnisse.
Das Projekt SuReMo leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Chemieindustrie hin zu mehr Nachhaltigkeit – und zeigt, wie Spitzenforschung an deutschen Universitäten gemeinsam mit Industriepartnern innovative Lösungen für den Alltag entwickelt.